Vor dem Anruf
Wer verkauft das Auto?
Beim Händler fragst du anderes als bei einer Privatperson.
Vor dem Anruf
Beim Händler fragst du anderes als bei einer Privatperson.
Vor dem Anruf
Beim Elektroauto geht es um die Batterie, beim Diesel um den Partikelfilter.
Vor dem Anruf
Die wichtigsten gehören in jedes Telefonat.
Vor dem Anruf
So stehen die Fragen dann in deiner Liste.
15 Fragen
Das sind die bekannten Maschen. Wie sie ablaufen
Privat, Benzin, 15 Fragen
1„Ist das Auto noch zu haben?“„Ist das Auto noch zu haben?“
Klingt banal, spart aber die Fahrt. Und du hörst, wie der Verkäufer auf einen Anruf reagiert.
Ausweichend: „Einfach vorbeikommen, dann sehen wir weiter.“ Kein klares Ja heißt oft: Das Auto aus der Anzeige ist weg, vor Ort steht ein anderes. Frag nach, bis du ein Ja oder ein Nein hast.
2„Stehen Sie selbst im Fahrzeugbrief?“„Stehst du selbst im Fahrzeugbrief?“
Verkauft jemand ein Auto, das nicht auf ihn läuft, brauchst du eine schriftliche Vollmacht des Halters und den Brief im Original. Ohne Blick in den Brief erwirbst du ein fremdes Auto in der Regel nicht wirksam.
Ausweichend: „Das Auto gehört meinem Bruder, der ist gerade im Ausland.“ Dann nur mit Vollmacht und Brief im Original. Will der Verkäufer vorher eine Anzahlung, brich ab.
„Verkaufen Sie das Auto selbst oder im Kundenauftrag?“„Verkaufst du das Auto selbst oder im Kundenauftrag?“
Im Kundenauftrag vermittelt der Händler nur. Dein Vertragspartner ist dann der Vorbesitzer, und die Gewährleistung des Händlers fällt meist weg. Trägt der Händler das Geschäft in Wahrheit selbst, gilt sie trotzdem.
Ausweichend: „Das ist nur eine Formalie, für den Käufer ändert sich nichts.“ Frag, wer im Kaufvertrag als Verkäufer steht. Steht dort ein Privatmann, kaufst du privat.
3„Warum verkaufen Sie das Auto?“„Warum verkaufst du das Auto?“
Die Antwort erklärt oft den Preis: neues Auto, Umzug, mehr Platz gebraucht. Sie verrät auch, ob der Verkäufer das Auto selbst gefahren hat.
Ausweichend: Eine lange, rührende Geschichte mit Scheidung, Erbschaft oder Auswanderung. Eine rührende Geschichte zusammen mit einem Preis weit unter ähnlichen Autos gehört zu den bekannten Maschen. Allein beweist sie nichts.
„Woher kommt das Auto, und wie lange steht es schon bei Ihnen?“„Woher kommt das Auto, und wie lange steht es schon bei dir?“
Inzahlungnahme aus der Gegend, Leasingrückläufer oder Import: Die Herkunft sagt dir, welche Unterlagen du erwarten kannst. Eine lange Standzeit ist ein Argument beim Preis.
Ausweichend: „Aus dem Handel, Genaueres weiß ich nicht.“ Frag nach der Zahl der Halter im Fahrzeugbrief und bei einem Import nach dem Land, aus dem es kommt.
4„Hatte das Auto einen Unfall oder einen reparierten Schaden?“„Hatte das Auto einen Unfall oder einen reparierten Schaden?“
Steht „unfallfrei“ im Kaufvertrag, ist es eine vereinbarte Eigenschaft. Dann hilft dem Verkäufer auch ein Ausschluss der Gewährleistung nicht.
Ausweichend: „Nicht dass ich wüsste.“ Oder: „Unfallfrei laut Vorbesitzer.“ Das ist keine Zusage. Frag, ob er „unfallfrei“ in den Vertrag schreibt. Will er das nicht, hat er geantwortet.
5„Wie viele Halter stehen im Fahrzeugbrief?“„Wie viele Halter stehen im Fahrzeugbrief?“
Jeder Halter ist ein Stück Geschichte, das du nicht kennst. Viele Halter in kurzer Zeit sind eine Nachfrage wert.
Ausweichend: „Genau weiß ich das nicht, spielt doch keine Rolle.“ Bitte darum, dass der Brief bei der Besichtigung da ist. Dort steht die Zahl.
6„Gibt es ein Scheckheft oder Rechnungen, und wann war die letzte Inspektion?“„Gibt es ein Scheckheft oder Rechnungen, und wann war die letzte Inspektion?“
Belege sind die einzige Stütze für den Kilometerstand. Die Kilometer darin müssen aufsteigen und zum Tacho passen.
Ausweichend: „Das habe ich immer selbst gemacht.“ Oder: „Das Heft ist beim Umzug verloren gegangen.“ Dann lässt sich der Kilometerstand kaum nachprüfen. Das gehört in den Preis.
7„Welcher Kilometerstand steht im letzten HU-Bericht?“„Welcher Kilometerstand steht im letzten HU-Bericht?“
Bei jeder Hauptuntersuchung wird der Kilometerstand festgehalten. Das Kraftfahrt-Bundesamt rechnet seine Statistik genau aus diesen Ständen. Passt er nicht zum Tacho, stimmt etwas nicht.
Ausweichend: „Den Bericht finde ich gerade nicht.“ Bitte darum, ihn bis zur Besichtigung herauszusuchen. Ohne Bericht und ohne Rechnungen lässt sich der Tacho nicht nachprüfen.
8„Welche Mängel kennen Sie, und leuchtet eine Warnleuchte?“„Welche Mängel kennst du, und leuchtet eine Warnleuchte?“
Wer einen Mangel kennt und verschweigt, haftet trotz Ausschluss der Gewährleistung. Wer jetzt offen antwortet, macht es beiden leichter.
Ausweichend: „Das Auto ist top, da ist nichts.“ Bei einem älteren Auto. Frag konkret nach: Bremsen, Reifen, Rost, Klimaanlage, Geräusche. Auf konkrete Fragen gibt es seltener pauschale Antworten.
9„Bis wann ist die HU gültig?“„Bis wann ist die HU gültig?“
Pkw müssen alle zwei Jahre zur Hauptuntersuchung, neue erstmals nach drei. Ist sie bald fällig, zahlst du, was sie findet.
Ausweichend: „Um den TÜV kümmert sich der Käufer.“ Rechne mögliche Reparaturen in den Preis oder bitte darum, dass die HU vor dem Verkauf gemacht wird.
10„Hat der Motor einen Zahnriemen, und wann wurde er zuletzt gewechselt?“„Hat der Motor einen Zahnriemen, und wann wurde er zuletzt gewechselt?“
Reißt der Zahnriemen, ist der Motor oft hin. Wann er fällig ist, schreibt der Hersteller vor: je nach Modell nach 60.000 bis 240.000 km oder nach 6 bis 10 Jahren. Manche Motoren haben stattdessen eine Steuerkette.
Ausweichend: „Der hält noch.“ Ohne Rechnung und ohne Aufkleber im Motorraum. Plan den Wechsel ein und nimm ihn in die Verhandlung. Nach einem Wechsel klebt meist ein Aufkleber mit dem Kilometerstand im Motorraum.
„Sind Sie viel Kurzstrecke gefahren, und gab es Probleme mit dem Partikelfilter?“„Bist du viel Kurzstrecke gefahren, und gab es Probleme mit dem Partikelfilter?“
Auf kurzen Strecken wird der Filter nicht heiß genug, um sich freizubrennen, und kann verstopfen. Ein neuer kostet je nach Modell 1.000–3.000 €. Seit Juli 2023 fällt ein defekter Filter bei Euro-6-Dieseln in der Abgasuntersuchung auf.
Ausweichend: „Die Lampe geht nach einer Autobahnfahrt immer wieder aus.“ Leuchtet sie öfter, war der Filter schon mehrmals voll. Frag nach Rechnungen und fahr bei der Probefahrt ein Stück auf der Autobahn.
„Gibt es einen aktuellen Bericht zum Zustand der Batterie?“„Gibt es einen aktuellen Bericht zum Zustand der Batterie?“
Die Batterie ist das teuerste Teil. Ihr Zustand heißt State of Health und lässt sich messen. Der ADAC nennt als Richtwert zum Beispiel mindestens 88 % bei 100.000 km.
Ausweichend: „Die Reichweite passt, da muss man nichts messen.“ Bitte um eine Messung vor dem Kauf, bei einer Werkstatt oder einem unabhängigen Batterietest.
„Gilt die Garantie des Herstellers auf die Batterie noch?“„Gilt die Garantie des Herstellers auf die Batterie noch?“
Üblich sind acht Jahre oder 160.000 km. Sie greift meist erst, wenn die Kapazität unter etwa 70 % fällt.
Ausweichend: „Das steht irgendwo im Heft.“ Die Bedingungen stehen im Garantieheft. Lass dir die Fahrgestellnummer geben und frag beim Hersteller selbst nach.
„Gibt es Unterlagen zum Zustand der Hybridbatterie, und gilt die Garantie des Herstellers noch?“„Gibt es Unterlagen zum Zustand der Hybridbatterie, und gilt die Garantie des Herstellers noch?“
Die Batterie eines Hybrids ist teuer. Was bei der Wartung über sie festgehalten wurde, sagt dir mehr als jedes Versprechen.
Ausweichend: „Die läuft einfach, da muss man nichts machen.“ Frag bei der Besichtigung nach den Wartungsbelegen und lass dir die Garantiebedingungen zeigen.
„Welche Ladekabel gehören dazu?“„Welche Ladekabel gehören dazu?“
Ein fehlendes Kabel kostet extra. Der ADAC rät, das Zubehör im Kaufvertrag festzuhalten.
Ausweichend: „Das Kabel ist irgendwo, das finde ich noch.“ Schreib die Kabel in den Kaufvertrag.
11„Wo kann ich das Auto ansehen, und ist eine Probefahrt möglich?“„Wo kann ich das Auto ansehen, und ist eine Probefahrt möglich?“
Ohne Besichtigung und Probefahrt kein Kauf. Ist das Auto abgemeldet, geht die Probefahrt mit einem Kurzzeitkennzeichen.
Ausweichend: „Treffen wir uns auf dem Parkplatz am Autohof.“ Oder: „Probefahrt erst nach einer Anzahlung.“ Ein fremder Treffpunkt ist noch kein Betrug, aber du weißt nicht, wer verkauft. Lass dir dort den Ausweis zeigen. Probefahrt gegen Anzahlung: brich ab.
12„Können Sie den Motor bis zu meinem Besuch kalt lassen?“„Kannst du den Motor bis zu meinem Besuch kalt lassen?“
Ein kalter Motor zeigt Startprobleme und Geräusche, die ein warmer verdeckt.
Ausweichend: Du kommst an, legst die Hand auf die Motorhaube, und sie ist warm. Frag, warum er schon lief. Kommt keine gute Antwort, hör beim Start und auf der Probefahrt besonders genau hin.
13„Liegen bei der Besichtigung beide Teile der Zulassungsbescheinigung, das Scheckheft und alle Schlüssel bereit?“„Liegen bei der Besichtigung beide Teile der Zulassungsbescheinigung, das Scheckheft und alle Schlüssel bereit?“
Die Fahrgestellnummer in beiden Teilen muss zu der am Auto passen. Ohne Teil II im Original kannst du das Auto nicht auf dich zulassen.
Ausweichend: „Der Brief liegt bei der Bank.“ Dann ist das Auto meist noch nicht abbezahlt. Kauf es nur, wenn vorher geklärt ist, wie die Bank ihr Geld bekommt und den Brief herausgibt.
14„Wie möchten Sie bezahlt werden?“„Wie möchtest du bezahlt werden?“
Geld wechselt erst bei der Übergabe, gegen Auto, Schlüssel und Papiere. Beim Kauf über einen Anzeigenmarkt rät die Polizei, nie in Vorleistung zu gehen.
Ausweichend: „Eine kleine Anzahlung, dann ist er reserviert.“ Oder ein Treuhanddienst, den der Verkäufer vorschlägt. Brich ab. Das ist der Kern der bekannten Maschen.
„Welche Gewährleistung geben Sie, und wie steht sie im Kaufvertrag?“„Welche Gewährleistung gibst du, und wie steht sie im Kaufvertrag?“
Einem Verbraucher gegenüber darf ein Händler sie bei einem Gebrauchtwagen auf ein Jahr kürzen, aber nicht ausschließen, und die Kürzung muss er eigens mitteilen und gesondert vereinbaren.
Ausweichend: „Gekauft wie gesehen, das machen wir immer so.“ Darauf kann sich der Händler dir gegenüber nicht berufen. Lass dir die Gewährleistung schriftlich geben.
„Kommen zum Preis noch Kosten dazu, etwa für Zulassung, Überführung oder Aufbereitung?“„Kommen zum Preis noch Kosten dazu, etwa für Zulassung, Überführung oder Aufbereitung?“
So weißt du vor der Fahrt, was du wirklich zahlst.
Ausweichend: „Das besprechen wir dann vor Ort.“ Frag nach einem Endpreis, bevor du hinfährst.
15„Darf ich das Auto vor dem Kauf in einer Werkstatt oder Prüfstelle ansehen lassen?“„Darf ich das Auto vor dem Kauf in einer Werkstatt oder Prüfstelle ansehen lassen?“
Wer ein gutes Auto verkauft, hat nichts dagegen. Bei einem teuren Auto lohnt sich der Blick von jemandem, der täglich Autos von unten sieht.
Ausweichend: „Dafür habe ich keine Zeit, andere wollen ihn auch.“ Zeitdruck und ein Nein zur Werkstatt zusammen: Da stimmt etwas nicht. Lass dich nicht hetzen.
Schreib dem Verkäufer kurz, was er gesagt hat, und bitte ihn, es zu bestätigen. Eine Nachricht kannst du später vorzeigen, ein Telefonat nicht. Die Punkte füllst du selbst aus.
Die ausweichenden Sätze sind Beispiele, keine Zitate. Keine Rechtsberatung.